4.4.2013 Kelheim. Ein 30-jähriger Mann hat sich am frühen Abend des Mittwoch, 3.04.2013, in seinem Zimmer verbarrikadiert und drohte damit, sich umzubringen sowie die Wohnung anzuzünden.

Am Mittwoch gegen 17:30 Uhr wurde der Polizeiinspektion Kelheim ein Familienstreit in einem Mehrfamilienhaus in Kelheim mitgeteilt. Noch vor Eintreffen der Streife verbarrikadierte sich der 30-jährige Sohn in seinem Zimmer und drohte den Einsatzkräften gegenüber, sich umzubringen sowie die Wohnung anzuzünden.

Die Polizeiinspektion Kelheim nahm die Androhung ernst und beorderte daraufhin alle verfügbaren Streifen zum Einsatzort. Über die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern in Straubing erfolgte die Verständigung der speziell für solche Fälle vorgesehenen Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums. Vorsorglich wurden sowohl Feuerwehr und Rettungsdienst in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort in Bereitschaft gestellt, um bei Bedarf sofortige Hilfe leisten zu können.

Da im weiteren Verlauf eine Gefährdung der restlichen Hausbewohner nicht auszuschließen war, erfolgte mit Unterstützung der Feuerwehr Kelheim sowie des Kelheimer Rettungsdienstes die Evakuierung von rund 25 Personen aus dem Mehrfamilienhaus.

Da der Mann nur mit einem bestimmten, ihm bekannten Beamten der Polizeiinspektion Kelheim reden wollte, wurde der Beamte aus seiner Freizeit geholt und es gelang ihm tatsächlich, den 30-Jährigen zum Verlassen des Zimmers zu bewegen und ihn in Gewahrsam zu nehmen. Wie sich herausstellte, hatte der Betroffene sein Zimmer völlig verwüstet, jedoch keinen Brandbeschleuniger, wie von ihm zwischendurch angedroht, verschüttet.

Da der Mann offensichtlich unter dem Einfluss von Medikamenten stand, wurde er nach einer ersten ärztlichen Versorgung vor Ort aufgrund seines Gesundheitszustandes in ein Krankenhaus verlegt, von wo aus anschließend seine psychiatrische Unterbringung veranlasst wird.

Nachdem sich die Lage entspannt hatte, konnten alle Hausbewohner in ihre Wohnungen zurückkehren sowie die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst entlassen werden. Die bereits auf dem Weg befindliche Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums brauchte ebenfalls nicht mehr anzufahren.

Die weiteren Ermittlungen hinsichtlich eventuell vorliegender Straftaten werden nun von der Polizeiinspektion Kelheim und der Staatsanwaltschaft Regensburg geführt.