18.1.2013 Fürth. Nach umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei Fürth ist ein 20-Jähriger dringend verdächtig, Anfang Oktober 2012 einen 22-jährigen Fürther lebensgefährliche Kopfverletzungen zugefügt zu haben.

Wie berichtet (Meldung Nr. 1799 vom 07.10.2012), hielt sich das spätere Opfer in der Nacht von Samstag auf Sonntag (06./07.10.2012) in einer Diskothek im Kohlenhofareal auf. In den frühen Morgenstunden machte er sich mit der U-Bahn auf den Nachhauseweg von Nürnberg nach Fürth. Wie die Ermittlungen zwischenzeitlich ergaben, hielten sich in der U-Bahn auch der Tatverdächtige und seine Begleiterin (35) auf. Diese verließen, ebenso wie der 22-Jährige, gegen 05:45 Uhr die U-Bahn an der Haltestelle Jakobinenstraße.

Die Auswertung der Videoaufzeichnungen belegen, dass der 22-Jährige kurz Kontakt mit dem 20-Jährigen hatte. Aufgrund von Hinweisen innerhalb der Polizei gelang es den bislang unbekannten Tatverdächtigen zu identifizieren. Durch weitere Vernehmungen des Opfers stellte sich heraus, dass es nach Verlassen des U-Bahnhofes ein Stück gemeinsam mit dem Tatverdächtigen und seiner Begleiterin zurück legte. Hierbei soll der mutmaßliche Täter mit seiner Bekannten in Streit geraten sein.

Daraufhin ging der 22-Jährige schlichtend dazwischen und soll von dem 20-Jährigen einen Schlag ins Gesicht erhalten haben. Anschließend flüchtete das Pärchen. Der Geschädigte schaffte es noch selbst bis nach Hause. Dort ging es ihm zusehends schlechter, so dass er von Angehörigen in ein Krankenhaus gebracht wurde. Hier stellten die Ärzte lebensgefährliche Kopfverletzungen fest.

Der Tatverdächtige räumt ein, dass es mit dem 22-Jährigen nach Verlassen der U-Bahnstation ein “Gerangel“ gegeben habe. Seine Begleiterin kann sich ihren Angaben zufolge aufgrund Alkoholkonsums nicht mehr an den Vorfall erinnern. Bei der Wohnungsdurchsuchung mit richterlichem Beschluss des Amtsgerichts Fürth stellten die Beamten beim Verdächtigen die zur Tatzeit getragene Kleidung sicher. Sowohl diese, als auch die Kleidungsstücke des Opfers weisen DNA-Spuren auf, die ein Zusammentreffen der beiden Männer belegen.

Während der gesamten Ermittlungen ergaben sich keine Anhaltspunkte für den in der Meldung Nr. 1799 vom 07.10.2012 beschriebenen Sachverhalt, bei dem der Geschädigte von fünf Unbekannten geschlagen bzw. getreten worden sein soll. Auch meldeten sich keine unbeteiligten Zeugen, die den Vorfall damals beobachtet haben könnten.

Die Mordkommission der Kriminalpolizei Fürth leitete gegen den Beschuldigten ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags ein.