Neujahrsansprache 2013 von Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

hinter uns liegt ein gutes Jahr für Bayern und seine Menschen.
Unvergessen bleibt der Tag der Deutschen Einheit bei uns in Bayern. Gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern haben wir ein fröhliches Fest in Schwarz-Rot-Gold gefeiert – unter weiß-blauem Himmel: sympathisch, gastfreundlich, weltoffen. Auf diese Visitenkarte können wir alle gemeinsam stolz sein. Starker Zusammenhalt, starke Identität, starke Heimatliebe, regionale Vielfalt und Eigenständigkeit – das ist Bayern mit der Kraft der vier Stämme: Altbayern, Franken, Schwaben und die Sudetendeutschen, stellvertretend für alle Vertriebenen.

Als Bayerischer Ministerpräsident sage ich nicht ohne Stolz: Bayern ist mehr als Heimat! Bayern ist innere Überzeugung, ein Lebensgefühl!

Nach der jüngsten „Bayernstudie“ des Bayerischen Rundfunks leben 98 % der Menschen gerne in Bayern. Dabei freut mich besonders: Die Menschen bewerten ihre Lebensqualität nochmals deutlich höher als vor drei Jahren. Auch der Stolz auf die Heimat ist noch weiter gewachsen.

Aber wir wissen auch: Wir leben in einer Zeit der zwei Realitäten. Bayern und Deutschland geht es so gut wie seit langem nicht mehr. Gleichzeitig herrschen Sorge und Unsicherheit über die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa. Was auch immer in der Welt geschieht, wir sind in Bayern mit betroffen.

Ich bin sehr froh, dass es bei uns in Bayern einen großen und stabilen Konsens für Generationenverantwortung und Nachhaltigkeit gibt. Der innere Antrieb dafür kommt aus unseren Familien, aus der Heimat und aus unserer Liebe zum Land. Das ist bayerisches Lebensgefühl: Verantwortung als Herzensanliegen.

Die Überschuldung einzelner Euro-Staaten hat uns allen gezeigt: Ohne Verantwortung für die kommenden Generationen, ohne solide Finanzen gibt es keine gute Zukunft. Deshalb machen wir in unserem Staatshaushalt keinen Cent neue Schulden. Wir wollen unseren Kindern und Enkeln keine Schulden hinterlassen, sondern Zukunftschancen vermachen. Wir tilgen Altschulden, bilden Reserven und wir investieren in die Zukunft mit unserer Strategie: „Aufbruch Bayern“. Und wir unterstützen unsere Gemeinden und Städte so stark wie noch nie. Bayern steht für Stabilität und Sicherheit in Deutschland und in Europa.

Viele europäische Länder wollen von uns lernen. Bayern genießt ein hohes internationales Ansehen. In Europa wächst die Erkenntnis: Grundlage für Arbeit, Wohlstand und kulturelle Teilhabe ist vor allem die Bildung. Die Gäste aus Europa erkundigen sich nach unserem erfolgreichen Bildungssystem. Gerade die berufliche Bildung ist den Krisenländern besonders wichtig. Das hat mir auch der griechische Ministerpräsident Samaras bei unserem Gespräch vor wenigen Wochen bestätigt.

Bayern gehört zu den Top-Regionen der Welt. Noch nie gab es im Freistaat so viele Beschäftigte. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz Deutschland. Das schafft soziale Sicherheit. Gemeinsam mit den Menschen in Bayern haben wir unser Land zu einer Insel der Lebensqualität und der Zukunftskraft gemacht – und das nicht nur ökonomisch, sondern auch sozial und kulturell.
In meinen Gesprächen im ganzen Land bin ich immer wieder beeindruckt vom Einsatz der Bürgerinnen und Bürger. Millionen Frauen und Männer leisten Unendliches nicht nur in Familie und Beruf, sondern auch im Ehrenamt – in den Kirchen, den sozialen Organisationen und Vereinen, in der Traditions- und Kulturpflege, im Sport und in der Musik. Sie alle beweisen jeden Tag: Bayerns Stärke sind seine Menschen.

Ich danke allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Ich danke allen, die Weihnachten und Silvester nicht bei ihren Familien sein konnten, weil sie im Dienst für die Gemeinschaft im Einsatz waren.

Ganz besonders denke ich an unsere Soldatinnen und Soldaten aus Bayern. Sie leisten besonders in Afghanistan und im Kosovo einen schweren Dienst für Freiheit und Frieden und für unsere Sicherheit.

Denken wir zum Jahreswechsel auch an alle Menschen, die mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen haben. Jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten, dass diese Mitmenschen Halt erfahren und nicht alleine bleiben..

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
für die Menschlichkeit und Zukunftskraft unseres Landes sind wir alle gemeinsam verantwortlich. Zu dieser Gemeinsamkeit lade ich Sie auch im kommenden Jahr ein. Ich wünsche Ihnen für 2013 alles Gute und Gottes Segen.“