7.3.2013 Passau. Über fünf Stunden zog sich am Mittwochabend bis in die Nacht hinein ein groß angelegter Rettungseinsatz in der Passauer Fußgängerzone. Und das mit einem glücklichen Ausgang.

Gegen 17.15 Uhr wurde die Polizei in Passau und die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern in Straubing verständigt, dass ein Mann auf das Dach des Sparkassengebäudes gestiegen war. Dieser Mann machte einen verwirrten und verängstigten Eindruck auf die ersten vor Ort eingetroffenen Rettungskräfte. Mehrere Streifenfahrzeuge der Polizei Passau sperrten das nähere Umfeld ab, um unbeteiligte Passanten zu schützen. Es bestand die Gefahr, dass der Mann vom Dach mehrere Stockwerke auf das Steinpflaster stürzen könnte.

Kontaktaufnahmen gestalteten sich schwierig, da der Mann auf dem Dach immer wieder seinen Standort auf der weitläufigen und teils verschachtelten Dachlandschaft der zusammenhängenden Gebäude innerhalb der Kleinen und Großen Klingergasse, Wittgasse sowie Ludwigstraße wechselte. Über zwei Drehleitern der Passauer Feuerwehr versuchten speziell geschulte Polizisten den Mann anzusprechen. Dies gestaltete sich jedoch für die Männer der Verhandlungsgruppe des Polizeipräsidiums Niederbayern schwierig, da der Mann auf dem Dach für beruhigende Worte zunächst nicht zugänglich war.

Doch das lange Zureden, die Beharrlichkeit und die behutsame Vorgehensweise der Rettungskräfte zahlte sich nach über fünf Stunden schließlich aus. Mit Unterstützung durch Spezialkräfte aus München, die per Polizeihubschrauber nach Niederbayern gebracht wurden, sowie durch das gute Zusammenwirken von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei konnte der 37-jährige Mann afrikanischer Herkunft um kurz vor 23 Uhr gerettet werden.

Der in Österreich wohnhafte Mann blieb während der Rettungsaktion unversehrt. Er wurde mittlerweile wegen einer psychischen Erkrankung einer ärztlichen Behandlung zugeführt.